Alternativ
vorgehen gegen Migräne
Psychosomatische
Energetik heisst eine relativ junge Methode der Naturheilkunde. Sie
findet zunehmend Zuspruch.
Auszug aus Ostschweizer Wochenmagazin ANZEIGER Januar 2007
von Richard Clavadetscher
Es war Liebe auf den ersten Blick»,
sagt Susanne Koch, Ärztin und zuvor längere Zeit für die
Reisemedizinische Impf-Sprechstunde am Institut für klinische
Mikrobiologie und Immunologie in St.Gallen zuständig. Susanne Kochs
Aussage bezieht sich nicht etwa auf einen besonders adretten Mann,
sondern auf ein relativ junges Naturheilverfahren, das sich
Psychosomatische Energetik nennt. Und wie es sich für eine «Liebe auf
den ersten Blick» gehört, hat sich Susanne Koch auf das Neue
eingelassen: Sie absolvierte eine Ausbildung als Therapeutin in diesem
Heilverfahren und praktiziert heute in Teufen.
Homöopathie und Esoterik
Bei der Psychosomatischen Energetik
handelt es sich um ein Naturheilverfahren, das auch homöopathische und
gar esoterische Elemente enthält und deshalb nicht jedermanns Sache sein
dürfte… Psychosomatische Energetik versteht sich als «neue Heilmethode
der alternativen Medizin». Sie wird von der so genannten Schulmedizin
bisher nicht anerkannt. Das liegt wohl daran, dass ihr «Erfinder» Reimar
Banis, ein deutscher Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde, Dinge
als gegeben ansieht, die nicht messbar und deshalb auch nicht beweisbar
sind. Nach den Vorstellungen, die der Heilmethode zugrunde liegen,
durchströmt den menschlichen Körper «eine feinstoffliche Lebensenergie»,
die «im harmonischen Zusammenwirken von Körper und Seele» Quelle von
Gesundheit, Lebendigkeit und Wohlbefinden sein soll.
«Feinstoffliches Energiefeld»
Therapeuten, die nach der
Psychosomatischen Energetik verfahren, messen deshalb bei einer Person
erst einmal «das feinstoffliche Energiefeld», besser bekannt unter dem
Begriff Aura, um «dessen Füllzustand» festzustellen. Problem dabei vom
Standpunkt der Schulmedizin aus: Diese Therapeuten messen etwas, das es
aus Sicht der Schulmedizin gar nicht gibt und deshalb von ihr auch noch
nie gemessen werden konnte. Für die Verfechter der Psychosomatischen
Energetik wiederum ist dies kein Problem: Die so genannte Schulmedizin
sei eben «noch nicht so weit», sagen sie und haben sich ihr Messgerät
deshalb halt gleich selber entwickelt.
Seele und Körper in
Wechselwirkung
Abgesehen von dieser nicht von allen
anerkannten Messung, geht die Methode allerdings auch von allgemein
anerkannten Grundlagen aus: von der Wechselwirkung von Seele und Körper
etwa. Dass seelische Belastungen zu körperlichen Beschwerden führen
können, das wird auch jeder Schulmediziner bestätigen. Diese seelischen
Ursachen für körperliche Krankheiten aufspüren, ihre störende Wirkung
auf den Körper und dadurch auch die körperliche Beeinträchtigung zu
beseitigen, das ist es, was die Psychosomatische Energetik, vereinfacht
gesagt, im Endeffekt will.
Energieblockaden lösen
Die Psychosomatische Energetik
verwendet nun Substanzen auf Basis der Homöopathie, die von der Seele
verursachte und den Körper störend beeinflussende «Energieblockaden»
lösen sollen und gerät dadurch gleich wieder ins Schussfeld
eingefleischter Schulmediziner: Auch der Homöopathie stehen diese
bekanntlich skeptisch gegenüber.
Migräne und chronische Schmerzen
Nun hat sich die alternative Medizin
bekanntlich noch nie gross stören lassen von der Skepsis der
Schulmedizin; das tut auch die Psychosomatische Energetik nicht.
Stattdessen verweist man auf die eigenen Praxiserfahrungen. Auch
unterstützend bei der herkömmlichen medizinischen Behandlung von
Krankheiten kann die Methode eingesetzt werden, und eignet sie sich
auch für Kinder.
Steigendes Interesse
Susanne Koch, die als Ärztin von der
Schulmedizin her kommt und deshalb «beide Seiten» kennt, mag sich mit
Grundsatzdiskussionen über die Wirksamkeit alternativer Heilmethoden
nicht lange aufhalten. Sie nennt das Alternative einfach «komplementäre
Medizin» und sagt: «Als Ärztin habe ich sicher nichts gegen die
Schulmedizin; sie ist nützlich und nötig und beweist dies jeden Tag aufs
Neue.» Es sei einfach so, dass ihr eine «sanfte» Medizin besser
entspreche, sie seit jeher interessiert habe.
Eine Suchende sei sie deshalb lange
Zeit gewesen, sagt sie über sich und erwähnt in diesem Zusammenhang auch
ihre Ausbildung in chinesischer Medizin. Immerhin, Susanne Koch hat auf
ihrer Suche nach Heilmethoden einer «sanften» Medizin, die sie
schliesslich zur Psychosomatischen Energetik brachte, auch erfahren
können, dass sie bei weitem nicht die einzige Ärztin ist, die
alternative Wege zur Behandlung von Krankheiten sucht: «Viele Ärzte, vor
allem auch viele junge Kollegen, interessieren sich für
Naturheilverfahren und Heilmethoden der alternativen Medizin.»
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